
2001 beschloss der dänische Künstler Claus Beck-Nielsen, seine Identität aufzugeben. Beck-Nielsen verbrannte seinen Pass, kündigte alle offiziellen Verbindungen auf, verließ seine Familie, und lebt seitdem ohne Namen: Freunde sprechen ihn mit "Du" oder "Sie" oder "Direktor" an.
Was als radikaler Versuch eines Künstlers begann, ein selbst-bestimmtes Dasein zu führen, entfachte eine breite politische Debatte in Dänemark über das Verhältnis von Staat und Individuum - und brachte der Performance-Gruppe des "Direktors" DAS BECKWERK weltweite Einladungen zu Theater- und Kunst-Festivals ein. In der Arbeit CLAUS BECK-NIELSEN MEMORIAL NIGHT berichtet der Direktor über den langen Abschied von der eigenen Identität und sein eigenes Leben seitdem.
Der Frage, in wieweit Kunst und Leben ineinander greifen können, sind DAS BECKWERK auch in ihren weiteren Arbeiten nach gegangen. Für THE HISTORY OF THE DEMOCRACY & THE LANGUAGE OF HOPE ist der Direktor in Länder wie den Irak oder Afganistan gefahren, die im Krisenfokus der Weltöffentlichkeit stehen, um dort entweder die Demokratie oder eine bessere Revolution zu versuchen. Die Arbeit beginnt mit Barack Obamas Erklärung zur US-Präsidentschaft, auf Kampnagel gespielt vom deutschen Über-Schauspieler Jens Harzer.
Und gleich die ganze abendländischen Entwürfe zum idealen Menschen der abendländischen Geistesgeschichte verarbeitet DAS BECKWERK in THE POST HUMAN, einer Ein Mann-Oper mit Techno-Musikern auf der Bühne.
Wir präsentieren DAS BECKWERK als eine der radikalsten und konsequentesten Kunst-Performancegruppen in einer einmaligen Werkschau mit Ausstellung auf Kampnagel vom 23. - 28. Februar 2010.

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